Zusammenfassung: Die steuerliche (Nicht-)Berücksichtigung von Refinanzierungsaufwendungen führt zu einer Behinderung oder Begünstigung des internationalen Unternehmenskaufs. Multinationale Unternehmen können diese Tatsache steuerplanerisch nutzen und versuchen, eine steuerlich möglichst vorteilhafte Berücksichtigung der Refinanzierungsaufwendungen zu erreichen. Sie können zum einen im Ansässigkeitsstaat der zu erwerbenden Unternehmung mittels eines Akquisitionsvehikels und der steuerlichen Organschaft bzw. einer Verschmelzung eine steuerliche Berücksichtigungder Refinanzierungsaufwendungen erreichen. Zum anderen können sie versuchen, einen steuerlichen Abzug der Refinanzierungsaufwendungen innerhalb der multinationalen Unternehmung dort zu erreichen, wo Erträge andernfalls einem möglichst hohen Steuersatz unterliegen. Aus ökonomischer Sicht sollte die steuerliche Berücksichtigung von Refinanzierungsaufwendungen dem Kriterium der Neutralität genügen. Bezogen auf den internationalen Unternehmenskauf folgt daraus, dass der steuerliche Abzug der Refinanzierungsaufwendungen zu dem Steuersatz gewährt werden muss, zu dem auch die Gewinne der zu erwerbenden ausländischen nationalen Unternehmung besteuert werden.
Dr. M. Ruf
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
Universität Mannheim
Schloss
68131 Mannheim
Deutschland
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